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Politik, USA: Eine Billion US$ Münze rettet USA?

von nicole faerber , 05.01.2013, Woche 01

Das Jahr begann in den USA mit einer mittlerweile bekannten Krise, das sogenannte "Fiscal-Cliff" oder zu gut Deutsch, das Erreichen der allerletzten obersten Grenze der Staatsverschuldung von 16,4 Billionen US$. Und ja, es handelt sich nicht um einen Übersetzungsfehler, dies sind wirklich unsere Billionen, nicht die im Englischen verwendete "billion", die bei uns nur einer Milliarde entspräche. Doch auch wir sollten uns hier nicht zu sehr aus dem Fenster lehnen, Deutschland hat zur Zeit eine Staatsverschuldung von ca. 2,2 Billionen Euro! Doch zurück zu den USA. Das Erreichen dieser Grenze führt automatisch zur dratsischen Sparmaßnahmen, um den Staat vor eine akuten Zahlungsunfähigkeit, also einer Insolvenz, zu bewahren. Im wahrsten Sinne des Wortes kurz vor Erreichen der virtuellen Grenze, haben sich Senat und Kongreß auf einen Kompromis geeinigt, der den USA voraussichtlich bis Mitte Februar Luft verschafft. Doch dann geht es genau so wieder von vorne los.

In dieser Misere soll nun eine Besonderheit der Finanzierung der USA und eine kleine Lücke in ihren Gesetzen eine Aushilfe bieten. Das Währungssystem der USA ist seit Anfang des 20. Jahrhunderts etwas sonderbar, denn der Staat USA hat die Befugnisse zur Währungskontrolle an eine Bank, die Federal Reserve (FED) ausgelagert. Das spannende an dieser Konstellation ist, und dafür hat es Gründe die zu erleutern hier zu weit gehen würde, insofern besoners, als das die FED kein Staatsorgan ist, im Gegensatz bspw. zur Bundesbank der BRD. Die FED ist genaugenommen eine private Bank wie jede andere auch. Dies erlaubt der FED auch gewisse Handlungsspielräume, die sonst auf dieser Welt keine Landesbank hat, nämlich wörtlich Geld zu drucken.

Der Billionen-US$-Münzen-Hack geht nun wie folgt... Die FED hat jegliche Befugnisse zum Geld drucken exklusiv übergeben bekommen - bis auf eine kleine Ausnahme: Sondermünzen, wie Gedenkprägungen, aus Platin. Diese Münzen darf das Finanzministerium noch selbst herausgeben, mit frei selbst bestimmbarer Aufprägung und auch frei bestimmbarem Nennwert!

Die gesamte Staatsverschuldung der USA läuft über die FED. Es könnte also nun der Staat USA eine solche Münze in Auftrag geben und ihr den fiktiven Nennwert von einer Billion US$ zuweisen - mit was der gedeckt sein soll, wird leider nicht verraten. Diese Münze wird dann der FED übergeben und damit eine Billion der 16.4 Billionen Schulden getilgt, d.h. es wären dann nur noch 15,4 Billionen US$, das Fiscal-Cliff rückt in weite Ferne und alles ist gut.

Also das ist doch mal ein toller Trick! Man nimmt etwas, weist ihm einen völlig fiktiven Wert zu und geht dann damit zu seiner Bank, seine Schulden tilgen. Das probiere ich morgen am besten auch mal, mit meinem eine Million Euro Backstein.

Referenzen

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/haushaltsstreit-in-usa-der-eine-billion-dollar-muenztrick-1.1564755
http://www.welt.de/finanzen/article112412901/Der-Muenztrick-der-eine-Billion-Dollar-erschafft.html
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/schuldengrenze-eine-billion-dollar-muenze-aus-platin-soll-usa-retten-a-875814.html


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